Fortbildungen  ::  Artikel als PDF-Datei

Zweiter lokaler Naturgipfel in Forst (Lausitz)
01.04.2019 14:32 - Helmut Fleischhauer
Am 27. März fand im Kompetenzzentrum der 2. lokale Naturgipfel „Netzwerk blühende Landschaften…“ statt. Eingeladen hatte die Stadt Forst (Lausitz) und der „Kompetenzzentrum e.V.“.
48 Besucherinnen und Besucher haben sich in die Anwesenheitslisten eingetragen, die nicht nur aus und Umgebung die Veranstaltung besuchten. Einige hatten den Weg aus Cottbus, Spremberg und sogar vom Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ in Rietschen auf sich genommen, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Da der Eintrag in die Anwesenheitsliste keine Pflicht war und zusätzliche Stühle geholt werden mussten, gehe ich von einer höheren Anzahl Besucherinnen und Besuchern aus.
Die Forster Bürgermeisterin berichtete über erste Maßnahmen seit dem 1. Naturgipfel im vergangenen Jahr. So wurden „Blühflächen“ in Forst ausgewiesen, die nur noch zwei Mal im Jahr gemäht werden; der Innenstadtbereich ist davon ausgenommen. Die „Blühflächen“ werden als solche gekennzeichnet, damit die Bürgerinnen und Bürger wissen, warum das so ist.
Wie Dr. Hartmut Kretschmer später in seinem Referat erläuterte, war die Aktion „Neuenhagen summt“ in seinem Wohnort nach intensiver Öffentlichkeitsarbeit sehr erfolgreich. „Es mag nicht „ordentlich“ erscheinen, es wird aber bunter.“
Das Referat des Entomologen Dr. Kretschmer, der langjähriger Abteilungsleiter im Landesumweltamt war, schilderte anschaulich die Auswirkung von Pestiziden und Dünger auf die Insektenpopulation. Da sein Spezialgebiet Schmetterlinge sind, verwunderte es nicht, dass er überwiegend Schmetterlinge als Beispiele anführte. Der Rückgang ist dramatisch, kann aber durch geeignete Maßnahmen reduziert und sogar umgekehrt werden.
Als Beispiel berichtete er über die Aktion „Neuenhagen summt“. Dort gibt es inzwischen Blühstreifen und Blumenwiesen im Industriegebiet, umgestaltete private Gärten und ein verändertes Verhalten in der Landwirtschaft. Die Bürgerinnen und Bürger, die die Aktion als „unordentlich“ abgelehnt haben, freuen sich nun über die bunte Vielfalt.
Mehr dazu auf der Webseite der Aktion.
https://neuenhagen.deutschland-summt.de/

Was Dr. Kretschmer besondert freut ist die Tatsache, dass Schmetterlingsarten wegen des Futterangebotes entweder nach vielen Jahren wieder zurückgekehrt sind und andere Arten heute in einer deutlich größeren Zahl vorhanden sind.
Viele seiner Erläuterungen sind auch für Forst (Lausitz) übertragbar.

|Allerdings muss ich an der Veranstaltung auch Kritik üben. Es fehlte diesmal eine konsequente Moderation mit einer begrenzten Redezeit von nicht mehr als fünf Minuten und einer Stoppuhr zur Kontrolle. Das war beim ersten Naturgipfel besser gelöst. Manche der Wortbeiträge dauerten gefühlt so lange wie ein Referat, in dem die Kernaussagen mehrfach wiederholt wurden. Die Wiederholungen machen eine Aussage weder wichtiger noch richtiger. Das belastete die nachfolgende Diskussion massiv und führte dazu, dass die Besucherinnen und Besucher ermüdeten und ihre Finger nicht mehr hoben, um sich zu beteiligen. Vorgesehene Themen kamen genau aus diesem Grund nicht mehr zur Sprache. Nach über zweieinhalb Stunden war das Aufmerksamkeitspensum verbraucht.
Der Beitrag von Frau Sylvia Schneider, die eine Wildvogelauffangstation in Forst betreibt und etwas zu den Abhängigkeiten der Insekten- und Vogelpopulation sagen wollte, musste verschoben werden.

In der Ankündigung wurde darum gebeten, Vorschläge zu machen.
Auch das entfiel.
Auf dem 3. Foto sehen sie das Schreiben von Herrn Wimmer aus Kolkwitz/Hänchen, dass ich leider nicht verlesen konnte.
Nach meinem Empfinden ist es richtig, seine Gedanken auf diesem Weg zu teilen.
Es hätte mich durchaus interessiert, ob so eine Maßnahme auf Waldboden machbar ist.

Der nächste Naturgipfel ist für den 23. Oktober 2019 geplant. Da wird auch das Thema "Wölfe" in der Lausitz behandelt.

Foto 1: Bürgermeisterin Simone Taubenek bei der Einführung.
Foto 2: Dr. Kretschmer bei seinem Referat